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Aufgezeichnet von Danny Pizzini

Tourtagebuch USA 2002 - FÜNF IST TRÜMPF

Computerlogbuch von unserem Traumschiff - Sternzeit: 16. September 2002 - Dr. Danny Phlox

"Wir machen eine Reise. Eine Reise um die ganze Welt" so schallt es mir am Morgen in Alfter um die Ohren. Wuolly hat ein neues Liedchen und das wird gesungen. Betty kriegt schon kniddrige Ohren. Aber wir sind gut gelaunt und haben schon unseren ersten Spaß.
Um 5.32 Uhr standen - völlig unerwartet - DD und Frank vor meiner Tür. Wenig später unser Flughafen-Driver Marky Lancaster (Danke, alter Freund). Wo sollte es hingehen. Nun: Es ruft die neue Welt. Und so startet die folgende Besatzung nach AMERIKA:

  • DD Picard as The Captain

  • Gordie La Frank as The Space Neighbour

  • Betty E'Lana as Emerency Sister

  • Wuolly as the Vollcanian

  • Dr. Danny Phlox as Hitchhikers Guide to the Galaxy

Unser Flug sollte von Düsseldorf über Paris, Frankreich, nach San Francisco, California, USA, führen. Zum erstenmal mit der AIR FRANCE. Am Schalter der AIR FRANCE in Düsseldorf war es etwas hektisch, weil einige der älteren Damen vor uns das Wörtchen "Schnell, schnell" nicht verstanden. Wir gesellten uns zu unserem Schalter und checkten ein. Die Blicke streiften uns. Nicht jeden Tach sind Metaller unterwegs. Nachdem wir noch ein wenig Zeit bei Kaffee und Bagels (für den schlappen Preis von 4,40 Euro) genossen hatten, gingen wir zum Gate. Entgegen unserer Befürchtungen war der Flieger, eine Fokker 70, doch mit Düsen und nicht mit Propeller. Die Zeit bis Paris verging quasi im Flug.
Ich erwartete eigentlich, dass Volle an die Kabinentür klopfte und sang: "Ich will da rein!" Aber nöh. Die Kontrollen in Paris waren streng und ich mußte - Scheißendreck - sogar meine Schuhe ausziehen. Pech. Trotz der frischen Socken müffelte es schon ganz gut. In Paris sind wir erstmal stundenlang Bus gefahren. Als wir schon dachten, wir fahren nach San Francisco mit dem Bus, kamen wir zum International Gate. Na, toll. Zwei Stunden waren wir zu spät dran. Dann durften wir in den Flieger. Und wat für einen Flieger! Nen Jumbo. Boah.
Nachdem ich im Flieger meine Flugangstbegleiter positioniert hatte, konnte es losgehen - äh fliegen. Im Flieger ging alles wie gehabt. DD aß unser aller Obstsalat, aber diesmal gab es keine Nebelkrähe, die moserte und ihn schlecht behandelte. Neben mir sassen zwei Schwule, die eine Weltreise machten. Syrien, Indonesien und jetzt San Francisco. Geil. Wir folgen über Raykjawik mit einer Geschwindigkeit von 901 km/h, 10.363 Meter hoch. Betty schlief und ich war auf der Suche nach einer Greencard. Alte Geschichten fielen mir ein. Naja. Aber es war ein toller ruhiger Flug, der uns über 11 Stunden nach SFO führte. Endlich wieder in Amerika.

Welcome home, Danny!

An der Immigration, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme schlecht hin, hatten wir wieder viel Spaß. Raus aus dem Airport und ab in unseren Hotelshuttle, der uns in Ramada Inn brachte. Ein echt nettes Hotel mit tollem Innenhof zum Preis von 77 Dollar pro Zimmer. Sehr ruhig. Schöner Innenhof. Wir haben im Restaurant unser erstes Bier getrunken und machten Pläne für den nächsten Tag. Nie mehr so besoffen wie vor 2 Jahren, als ich am nächsten Tag die Kamera kaum halten konnte.

17.09.2002 San Francisco, Ramada Inn, zur Econo Lodge, Lombard Street

So. Die erste Nacht hatten wir gut hinter uns gebracht. DD brabbelt ein bißchen im Schlaf und gegen 7 Uhr Ortszeit waren wir schon wach. Frank sagte DD, er soll Volle anrufen und "Hochfeuer" rufen. Auf der Suche nach unserem Frühstück landeten wir beim FBI. Nee, keine Angst - nicht bei den Bullen. Aber die nannten im Ramada Inn ihr Continental Brechfest so.
Wir sind dann zum Autoverleiher zum Airport gekarrt worden und siehe da: Wir kriegten von ALAMO einen Chevy Venture Mini-Van in rot. Kacke. Damit hatte DD die Wahl der Autofarbe gewonnen ("Ich tippe das Auto ist FC-rot!"). Unser Driver Frank und Navigator Volle chauffierten uns dann von South San Francisco am Stadion der 49ers vorbei zur Lombard Street ins Herzen von San Francisco. Und was soll ich Euch sagen? Wenn Engel reisen. Supergeiles Wetter und das drei Tage lang. Was haben wir die Zeit in dieser Stadt genossen. Unser kleines, aber feines Hotel lag an der Lombard Street und war ein Econo Lodge Motel. Wie immer sind wir gut aufgenommen worden und wir hatten echt nette Zimmer. Hier sollten wir also zwei Nächte verbringen.
Wir sind also mit unserem Auto erstmal zum Marina und haben uns einen Parkplatz gesucht. In San Francisco nicht selbstverständlich. Wir sind dann an der Bucht entlang Richtung Maritime Park und Fisherman's Warf. Dort gaben wir uns dem ersten Merchandising hin. Shop until you drop. Wir haben dann Betty und DD verloren. Aber unser schwarzer Policeofficer zeigte uns den Weg. Es gab einige Neuheiten. So gibt es jetzt ein Rainforest Cafe am Fishermans und ein Hard Rock Cafe. Sehr gediegen. Wir haben uns dann schon die Karten für unseren Tagestrip nach Alcatraz gesichert. Ein absolutes Muß. Die Karte kostet pro Person 13,25 Dollar.  DD war schon wieder auf der Suche nach neuen Motiven. In der Cannery war ich dann auf der Suche nach gutem Wiskey.  Unser Rückweg führte uns dann an der Cable Car-Station entlang. Wir hatte noch nicht genug und entschieden uns spontan auf die andere Seite der Bucht über die Golden Gate Bridge zu fahren. Gesagt, getan. Die Golden Gate ist was besonderes und man hat vom ersten Viewpoint hinter der Brücke einen tollen Blick über Alcatraz und Embaccadero. Frank fragte dann einen Officer wie man auf die gegenüberliegende Seite des Interstate gelangt, um den Blick zum Pacific zu geniesen. Wir hatten die Ausfahrt dann gefunden und es war wirklich atemberaubend. Die rote Farbe der Brücke im Sonnenlicht ist einmalig. Ich sass mehrere Minuten staunend auf einer Bank und sah in die Bucht von San Francisco. Vor mir Alcatraz, Embacadero, die Piers. Ich bin stumm und glücklich. Wie oft hatte ich Zweifel, dass ich jemals hier hinkommen würde. Dieses verdammte Scheiß letzte Jahr! Der Müll, der über mir ausgekübelt wurde, der seelische Druck. Aber: Ich hab's geschafft. Ich bin hier!!! JAHHHHH. Und in diesem Moment bin ich einfach nur dankbar. Dankbar meinen Freunden, die mit mir hier sind. Dankbar für die, die an mich geglaubt haben. Dankbar denen, die Verständnis für mich hatten. Dankbar denjenigen, die mich lieben. Ohne sie wäre ich gescheitert. Volle mustert mich nur: "Was hast Du die ganze Zeit gemacht? Bist Du feucht?" Ich lächle ihn nur an und sage: "Vielleicht!".
Anschließend ging es kreuz und quer durch die Stadt zum Twin Peak. Es war Frank's Idee und die lohnte sich wirklich. Man mußte sich nur an verschiedene Sachen halten: a) Man darf nicht auf die Bay Bridge Richtung Oakland und b) Rechts ist die Divisidero. Meistens konnte man nämlich da nicht abbiegen. Der Blick von Twin Peak beim Sonnenuntergang ist atemberaubend schön und sollte wirklich zum Standard gehören. Man hatten einen tollen Blick über die gesamte Stadt und kann den Verlauf der Straßen ganz toll sehen. Nachdem wir mehrfach die Steiner Street gekreuzt hatten, meinte DD: "Hier bekommt der Name Berg rauf und runter eine neue Bedeutung!" Wir haben dann bei Mels Dinner zu abend gegessen, wo DD auf die Frage: "Wie möchten Sie Ihr Fleisch gebraten?" sagte: "Nein. Keine Tomaten!" Anschließend hatte er noch seinen Hut vergessen und ich frage mich, ob es an der Vanillie Cola lag.

18.09.2002 San Francisco, Econo Lodge, Lombard Street

Es ist 6.54 Uhr. Ich saß bei Betty im Zimmer. Sie duschte, Volle suchte einen Kaffee und ich guckte mir wie immer morgens den Weather Channel an. Neben uns wohnte ein tattowierter Assi mit Kind. Heute wartete ein umfangreiches Programm auf uns:

  • Alcatraz

  • Chinatown

  • Cable Car fahrn

  • Fort Point

Am Vorabend waren wir die Lombard Street gefahren, die kurvigste Straße der Welt. DD hätte vor Glück fast geknatscht. Abends hatte er nur noch leere Tränensäcke vor Glück.
Aber der Reihe nach: Wir wollten erst zu einer Bekannten von Betty's Schwester, die in der Nähe von Presidio wohnt. Kennen alle sicherlich. Ja, der Film mit Schäng Connery und Meg Ryan. DD und ich sind da rumgelaufen und haben gefilmt. Toll war der Blick von hier mit der Golden Gate Brücke im Nebel. Dann sind wir zum Fort Point unterhalb der Golden Gate. Leider wird dort gebaut. Dafür haben wir ein Schiff direkt aus dem Nebel unter der Golden Gate gefilmt. Sehr gruselig.
Die Tour nach Alcatraz war geil. DD hatte sich total gefreut und wir grüßten von Board aus die Daheim gebliebenen und im Heim gebliebenen. Wir haben dort dann die Audiotour gemacht, die für Alcatraz-Besucher ein absolutes Muß darstellt. Man bekommt einen Kopfhörer in der jeweils gewünschten Sprache und hört die Originalstimmen der Gefängniswärter und Gefangenen. Es werden aber auch atmosphärische Dinge, wie die Schritte der Gefängniswärter durch das Gefängnis und Geschichten über das Gefängnis und deren Insassen erzählt. Sehr gruselig. Über drei Stunden waren wir auf Alcatraz. DD sagte zurecht: "Der Aufbau, die Enge, wie alles auf Sicherheit aufgebaut war. Das wird einem erst jetzt bewußt."
Anschließend waren wir im Cafe Eight am Fishermans essen. Das war allerdings nur Grab. Dann ging es auf mit der Cable Car. Die Tour vom Fisherman bis Powell/Market kostet hin und zurück 4 Dollar. Dafür kostet die Parkgebühr unten am Pier 30 Dollar. Eine Fahrt mit der Cable Car ist sehr abenteuerlich. Es geht Berg rauf und runter. Es macht einen Haufen quitschender Geräusche und ... man hat zwei Cable Car-Schaffner als Entertainer an Board, die eine Menge guter Geschichten kennen. DD und Volle sind noch zu Loris Dinner und haben dort einen Shake getrunken. Es soll der Beste in der Stadt sein. Dafür hat sich Chinatown nicht so gelohnt. Wir sind das Auto abholen gegangen und sind zum Safeway am Marina gefahren. Laut Armisted Mauphin's Stadtgeschichten handelt es sich hier um San Franciscos Baggerstation Nr. 1. Davon haben wir allerdings nicht viel gemerkt. Dafür ist der Laden sehr gut mit allem ausgestattet. Zum Beispielt gibt es hier viel Sushi für wenig Geld. Vor einer Traumkullisse - der Golden Gate - haben wir im Golden Gate Park unser erstes Picknick gemacht.

19.09.2002  Econo Lodge, Lombard Street nach Monterey

Pünktlich steigen wir aus den Federn. P.O.D. läuft in der Glotze. Zum Wach werden genau richtig. Heute wollen wir am Pacific entlang nach Monterey. DD wird aus dem Container nominiert. Um 6 Uhr klingelte DD's Wecker. Dazu muß man wissen, dass das Ding kaputt ist und man 6 Stunden die Zeit zurückdrehen muß, um an die tatsächliche Uhrzeit zu gelangen. Auf jeden Fall startete das Ding gleichzeitig mit der Autoalarmanlage unseres Nachbarn. Ich sach zu DD: "DD, stell doch mal das Ding aus!" Sagt der zu mir: "Dafür haben wir unsere Sicherheitsoffiziere!" Häh??? Welcome on Board.
We wafe Goodbye und fahren wieder über Presidio auf den US 1 in Richtung Santa Cruz immer am Ocean entlang. Die Landschaft ist toll und Frank findet einen ausgezeichneten Metal Sender im Radio. Viele Surfer und State Parks gibt es hier. Die Stimmung war sehr gelöst und Volle meinte auch: "Die Gruppe ist intakt!" Wir haben annähernd 30 Grad und kommen so nach Monterey. Wir machen direkt am Strand ein Picknick und gehen dann in das wirklich ausgewöhnlich gute Monterey Bay Aquarium. Eintritt 17,95 Dollar. Aber es ist wirklich toll. So was gibt es einfach bei uns nicht. Anschließend sind wir in der Cannery Row shoppen gegangen. Tolle kleine Geschäfte mit wirklich guten Preisen. Wir haben uns auf die Suche nach einem Motel gemacht. Das war gar nicht so einfach. Monterey ist teuer und wir haben es dann mit der Studentenmasche versucht. Five Students from Germany. Wir bezahlen mit Volles und meinem Verhandlungsgeschick 77 Dolar pro Zimmer. Wir haben einen kleinen Pool und Frank und Betty stiefeln Todesmutig rein. Frank will Volle die Haare schneiden, aber wir haben keine richtige Scherre mit. Bei Dennys gehen wir abends essen und trinken ein Bier an der Cannery Row. Der Laden gehört einem britischen Wirt und Volle singt vor der Tür:" Wir tragen Merchandise, wir tragen Merchandise!" Volle und Frank liegen gut im Rennen. DD ist mit seinen Karten etwas im Schnitt abgefallen. Birgitt hat uns eine SMS geschrieben: "Seid Ihr schon in USA?" Ja. Betty und Volle haben Zimmer 4, DD, Frank und ich Nr. 19. DD hat heute Nacht im Schlaf gesagt: "Das hab ich aber nicht gehabt..." Ich glaube, der hat seine Abenteuer in SF noch nicht verarbeitet.

20.09.2002 von Monterey nach Bridgeport, Walker Lodge Motel

Der Tag war sehr voll und sehr lang. Aber das tolle Wetter, die Berge, Wälder und Seen im Yosemite haben uns für alles entschädigt. Wahnsinn. Wir sind zum Yosemite Village und DD ist wieder dem Postkartenkauf verfallen. Die anderen trieben ebenfalls Merchandising und ich habe 40 Briefmarken gekauft. Wir sind dann Richtung Tioga Pass gefahren und Frank wollte unbedingt etwas Felliges photographieren. Da habe ich "Rent A Deer" angerufen und prompt standen 4 Hirsche auf der Fläche. Yosemite ist einfach einmalig. Wir haben mitten in einem Wald Picknick gemacht unter Koyoten und sind dann in einen Gebirgsfluß getappt. Der Himmel blau und auch das Wasser des Flusses. Leider war am Tioga Pass kein Schnee mehr, aber der Tioga Lake auf 3.000 Metern war toll anzusehn. Es war alles super scenic. Leider waren wir spät in der Zeit und so sind wir bei unserer Suche nach einem Motel doch in Zeitnot geraten. Wir mußten quasi über den Paß und sind noch hinter Bodie bis Bridgeport gekommen. Hier bekamen wir in der Walker Lodge eine Suite und spielten Big Brother. Abends sind wir dann in der Rocking Rhino Bar & Grill - einem urigen Saloon - essen gegangen. Betty und ich - mutig wie wir waren - aßen einen Rhino Burger Hot. Boah, wat scharf. Uns trat das Wasser in die Augen. Mutig aßen wir weiter. Aber ich mußte das rote Zeug abkratzen, sonst hätte ich mir das Bier ex in den Rachen gekippt. Mama Mia. Die Besitzer unseres Motels hatten zwei alte Golden Retriever. "Old Guys" wurden sie genannt. Nachts war es sehr kalt, aber es hatte einen phänomenalen Sternenhimmel.

21.09.2002 von Bridgeport nach Ridgecrest, Econo Lodge

Das war ein langer Tag. Nachdem wir im Hotel gefrühstückt hatten, ging es bei strahlend blauen Himmel nach Bodie in die Geisterstadt. Nachts war es tierisch kalt und tagsüber brannte der Planet. Sorry, DD, das Zentralgestirn. Der Weg nach Bodie ist steinig. 3 Milen geht es über Schotterpiste. Aber trotzdem: Bodie find ich gut.
Bodie erlebte seine Hochzeit ab 1880. Knapp 10.000 Leute lebten hier. Es gab 65 Saloons, 4 Docs, 4 Anwälte und eine Schule, Nutten und Rotlichtbezirk. Auf eine Frau kamen 60 Männer (Klasse!). Wir sind erst einen Historic Talk mit einer Rangerin namens Betty mitgegangen, die sehr gut erzählen konnte. Sie hat auch gezeigt, wie sich die Population nach dem Wegfall der Goldfunde drastisch änderte. In Bodie wurde Gold für 3 Billionen Dollar gefunden.
Anschließend ging es mit Terri Greene, einer netten, jungen, blonden Rangerin mit strahlend blauen Augen zur Minentour. Und das war was für den Yosemite Wuolly. Sie konnte toll erzählen und Wuolly schwärmte noch Tage später von ihr ("Terri, Terri, Lady!" - Music bei MODERN TALKING).  Terri erzählte, dass in den Minen keiner alt wurde. Durch den Abbau des Goldes starben die meisten Männer an einer Zyanitvergiftung. Die Minner verdienten 4 Dollar. Was sie nicht vertranken, gaben sie im Puff aus. Dafür war Bodie die erste Stadt der Welt, die eine beleuchtete Straße hatte.
Übrigens: Der Gründer von Bodie, Mr. Body, hatte von dem ganzen Gold übrigens nichts. Er starb in einem Schneesturm und wurde erst im darauffolgenden Frühjahr gefunden.
Leider war Betty krank. Das fand ich sehr schade und ich machte mir Sorgen.
DD füllte seine Postkartenlücken und gab Kölsche Lieder zum besten. Am Mono Lake war es sehr heiß. Aber die bizzaren Tuffsteinformationen sind schon cool. Im Visitorcenter waren Düsseldorfer. Unser heutiger Binford-Gruß geht an: DEATHPARADE e.V. Düsseldorf.
So. Jetzt hängen wir im Hotel in Ridgecrest und ich ziehe mir ein Gordon Biersch rein. Sehr gutes Bier, welches ich zum erstenmal letztes Jahr in Memphis getrunken habe. Schmeckt wie deutsches Bier. Lange rede, kurzer Sinn: Volle und Frank sind in die Bar nebenan, DD und ich gucken Fußball. San Jose Earthquakes gegen Los Angeles Galaxy. Alexis Lalas spielt bei LA und Koby Jones. Die haben einen netten 10er mit Namen Graziani. Sieht aus wie Batistuta. *Grins* Die haben beide keinen Goalgetter. 0:0. Klimaanlage an, Bier in den Kühlschrank. Das Zimmer ist groß und geräumig. Morgen geht es nach Bakersfield und dann ... endlich nach Las Vegas, Nevada, USA.
Doch noch ein Tor gefallen. 90 Minute ein Elfer durch Ruiz. Wir wollten schon wegen Ruiz bei Kulle anrufen. Aber die Gefahr, dass das Telefonat länger dauern könnte, hat uns abgeschreckt.

22.09.2002 von Ridgecrest, Econo Lodge nach Bakersfield, Econo Lodge

(DD, Danny, Frank - Zi 140/Betty, Volle - 254). DD ist wach. Heute morgen bin ich in unser Zimmer reingeplatzt und habe gerufen: "Einwanderungsbehörde! Wir suchen alle illegale Stundenten!" DD sagte nur: "Echt?!" Weil wir hatten nur für vier bezahlt und so ist DD der illegale Student. Die Studentengeschichte haben Volle und ich in Monterey angefangen. Ich sagte zu dem örtlichen Pakistani: "We are five Students from Germany". Billiger wurde es nicht. In Bridgeport habe ich der Dame an der Rezeption erzählt, Frank studiere Tiermedizin. Worauf die tatsächlich einen Job für ihn gehabt hätten.
Jetzt ist DD Theologiestudent, Frank Tiermedizin, Wuolly Germanistik ("Ewa!"), Betty Medizin und ich als Philosph. Paßt doch. Jetzt fahren wir über Lake Isabella nach Bakersfield, wo Frank hoffentlich seine Freundin trifft. Wir rufen Dirk an und erfahren die Wahlergebnisse in Deutschland. Wir sehen eine Buggy und der fährt. Alles ruft "Andy!". Das Wetter ist heiß, die Sonne scheint satt und Betty geht es schon viel besser. Meine neue Ray Ban ist geil.
Auf dem Hinweg sah Volle eine Reklame für das NHL-Spiel LA Kings gegen die Anaheim Mighty Ducks. Da waren Wuolly und DD ganz aufgeregt. In Bakersfield haben wir unser legendäres Motel, unsere Econo Lodge, gesucht. Hier schwelgten wir in Erinnerungen. Den hier waren wir vor zwei Jahren und Volle traf seinen Freund Lee Cramer, Roofer aus San Diego. Wobei man sagen muß, dass das Ding gar nicht mehr muchtig war. Ob das an DD's Randalierorgie beim letztenmal lag? Auf jeden Fall sind Volle und Frank auf die Suche nach Karten für das Spiel gegangen und meine Gruppe hat mir die Karte als Dankeschön für die Organisation geschenkt. Ich war ganz gerührt.
Das Spiel war spassig. Das geht es anders zu als bei uns. Schwupps, die Handschuhe aus, Zack eins auf die Fresse. DD, Volle und ich haben die Hoolsgruppe gemacht. Wir haben sämtliche Eishocky-Songs ausgepackt und zum besten gegeben ("Wir haben bezahlt, wir wolln was sehn!", "Rote Haare, Gelbe Zähne! DEG!"). Die Amis waren beeindruckt. Einer meinte dann zu uns: "Woher kennt Ihr die ganzen Songs?" Tja - Cologne Sharks, man. Das Spiel endete 3:2 für die Kings. Bakersfield hat auch ein Eishockyteam, die Condors. Spielen aber nur 3. Liga.
Abends haben wir im LA MINA den Siggi Gedächnisburrito gegessen. Lecker, Lecker. Abends wollten wir Franks Freundin im Rocking Rodeo treffen. Aber leider war der Laden zu und wir hatten keine Gelegenheit sie zu sehen. Das tat mir sehr leid und Frank wirkte unglücklich.
Dafür haben wir ein neues Spiel angefangen. Einer von uns sang in der englischen Übersetzung ein Karnevalslied und die anderen mußten raten was es ist. Wir haben uns weggehechtet vor lachen. Einfach geil.
"It doesn't matters, what happens here. The finally is that count alltrough the years - is our quarter. And here we stand togester...."

23.09.2002 Bakersfield, Econo Lodge, nach Las Vegas, Sahara Hotel & Casino

Auf unserem Weg nach Las Vegas landeten wir in Barstow. Was sagt schon der Reiseführer? Hier gibt es nichts. Nur Tankstellen, ein MÄCes und nen Würger King. Beim Tanken sprach uns eine Dame von den Zeugen Jehowa's an. Sie schenkte uns was zum lesen (Awake). Durch die Hitze der Mojawe Wüste tauchte im Dunst endlich "My Kind Of Town" auf: LAS VEGAS. Was liebe ich diese Stadt.
In unserem Hotel, dem SAHARA, angekommen, stellte ich erstmal erleichtert fest, dass es nichts mehr mit der Absteige von vor 9 Jahren zu tun hatte. Das Hotel ist komplett renoviert worden. Der Poolbereich ist sehr good. Die Zimmer sind Standard groß mit zwei Kingsize-Betten und im Hotel gibt es das NESCAR CAFE und den 2001 prämierten Rollercoaster THE SPEED. Wir sind dann in den Zimmern 1258/57 eingecheckt und fuhren dann zum BELZ OUTLET zum shoppen. Shop until you drop. Bei den Preisen kein Wunder. Wie immer hatten wir uns für zwei Stunden später am Eingang verabredet und schon raste jeder los. Ich habe zwei sehr schöne Longsleeve gekauft, Wuolly ist in den Nike Store und selbst DD kaufte Schuhe bei VANS.
Abends leisteten wir uns das geradezu luxeriöse ALL-YOU-CAN-EAT-Buffet im MANDALAY BAY. Es kostet zwar 22 Dollar, aber es gibt alles, was das Herz begehrt. Das ich auf diese Reise nur zwei Kilo zunahm, ist ein Wunder. Snow Crabb Legs in rauhen Menge, jede Menge Seafood und 10 Meter Dessert. Und wenn haben wir da wieder getroffen? Den Tom. Den Heavy vom letzten mal. Er ist jetzt nur noch dicker geworden und hat keine Haare mehr. Ein schon traditioneller Abstecher ins HOUSE OF BLUES und dann wieder zum SAHARA. Geil, der Strip bei Nacht.
Frank und Betty sind dann Rollercoaster gefahren. Die sind mutig. Die Fahrt kostet für hin und um 8 Dollar. Frank war etwas erkältet und so sind wir restlichen 4 noch zum CIRCUS CIRCUS, wo wir dann zum Adventuredome sind.

24.09.2002 Las Vegas, Sahara Hotel & Casino

Wir haben heute richtig lange geschlafen - so bis 9 Uhr. Ich habe bei Betty und Volle im Zimmer gepofft, weil da noch ein Bett frei war. Jetzt sitze ich am Pool und genieße die tolle Umgebung. Dabei fällt mir auf, wie leer Vegas doch ist.
Ich gucke genau auf den Stratosphere-Tower. Heftig. Da fährt tatsächlich ein Rollercoaster in 240 Meter Höhe und einen fallenden Tower haben die auch. Es ist richtig viel los da oben.
Mit DD waren wir im Hilton bei der STAR TREK EXPERIENCE. Er hat sich sogar ein Sweatshört und einen Star Trek Bär gekauft. Wir haben einen Klingonen getroffen, der mit DD gequatscht hat. Anschließend sind wir zum HARD ROCK HOTEL und CAFE. Es gibt viel zu sehen. KISS sind am Eingang in den Originalkostümen, ELVIS-Klamotten und jede Menge mehr. Allerdings finde ich HOUSE OF BLUES mittlerweile besser. Bis auf San Francisco und Las Vegas haben die Kneipen nix mit Hard Rock zu tun. Und die Shörts sind schlichtweg unverschämt teuer. Die Bedienung im Hard Rock Hotel war total unfreundlich. Schlampe. Alleine das HOUSE OF BLUES in New Orleans ist megageil und hat den Namen verdient.
Das Wetter ist toll und ich sitze hier am Pool. Gerade schwimmt ein echt nettes Burschi an mir vorbei. Jung, braungebrannt, dunkle Haare bis zu den Schultern. So Anfang 30. Aber komisch. Er interessiert mich nicht wirklich. Ich denke da an jemand anderen. Die Sonne ist heiß und ich schaue direkt auf THE SPEED. Mit einer wahnsinnigen Gewindigkeit rast dieses Ding quer hoch und bleibt in der Luft stehen. Betty und Frank wollen heute Nacht im Dunkeln fahren. Zudem wollen wir noch ins New York, New York und in den Adventure Dome im CIRCUS CIRCUS. Volle und DD wollen ihre Airhockey WM ausspielen. Ich glaube, ich lasse mir einen Skorpion auf den linken Knöchel brushen. Mal sehen, wie das aussieht.
Wir sind abends dann tatsächlich zum THE RIDE und Frank und Betty sind gefahren. Volle, DD und ich haben auf der Straße gewartet und Karnevalslieder zum besten gegeben. Die Leute haben echt gehalten und wollten uns Geld geben. Volle meinte dann: Unser Repertoir: Trashgospel, Hard Rock, Heavy Metal. Dann kamen vier Deutsche, die meinten lapidar, Karneval sei vorbei. Ich glaube, dass waren die Langweiler, die mit uns in Paris auf den Flieger gewartet hatten. Wir hatten vorher noch das SAHARA-Buffet für 7,50 Dollar. Sehr lecker. Anschließend ging es ins NEW YORK, NEW YORK in die Piano Bar. Das war lustig. Zwei Klavierspieler duellieren sich mit Songs. Die haben echt was drauf. Dafür gibt man ihnen Geld in ein Glas. Betty und Frank sind dann todesmutig mit dem Rollercoaster im NEW YORK gefahren. Hammer. Anschließend ging es zum MGM Grand und in meinen Lieblingsladen RAINFOREST CAFE. Cool. Habe Cha-Cha gefilmt und DD, Volle und ich sind noch zum Coca-Cola Shop.
Und weil wir immer noch nicht genug hatten, sind wir in die FREEMONT STREET gefahren. Um 23 Uhr haben wir uns die Lichtershow reingezogen. 3 Millionen Lampen erstrahlen zur Musik. Und dann: Um 23.15 Uhr gingen Volle und DD in die GLITTER GULCH BAR zu den Tittenweibern. 2 Jahre Schmachten hatten ein Ende. Aber: Es gibt Neuerungen. Keine Plüschhocker mehr. 2 Cola (verwässert) kosten 14,50 Dollar. Und die Tanten kosten nochmals 25 Dollar extra. DD's heißt diesmal nicht Michael, sondern Jessy und die von Wuolly Kelly. Zufrieden kommen die beiden wieder. Wobei sich noch ein kleiner Unfall ereignet. Nein, DD ist nicht wieder über den Plüschhocker gestolpert, sondern sollte von einer der Damen nochmals verführt werden. Daraufhin sagte dieser nur: "Näh, isch han doch grad!" So kann's passieren.
Im SAHARA haben wir dann den letzten Drink der Nacht genommen. Ach ja. Wieder vorbei. Zwei Nächte reichen einfach nicht. VIVA LAS VEGAS. Ich komme wieder.

25.09.2002 Las Vegas, Sahara Hotel & Casino nach Kanab, 9 INN Hotel

Eigentlich wollten wir früh raus, aber die beiden Jungs haben verpofft. Volle hat bei DD angerufen und irgendwas in arabischem Akzent gebrabbelt. DD sagte daraufhin immer: "Wrong Room, wrong Room!" und legte auf. Wir haben uns weggehechtet. Wir sind über den Interstate 15 nach St. George. Wieder shoppen im Outlet.
Über den ZION NP sind wir nach Kanab. ZION ist grandios. Einer der schönsten Parks überhaupt. DD, Volle und ich sind dann bis zu den Wasserfällen gelaufen (Upper und Lower Falls). Das hat richtig Spaß gemacht. Wir haben dann angefangen Marines-Songs zu erfinden. DD fiel der folgende ein:

"Die Cola in Vegas war ganz schön teuer.
Beim nächsten mal legen wir in der Glitter Gulch Feuer!"

Dann ging es nach Kanab. Ich liebe diesen Ort und besonders die Center Street. Es war nicht viel los. Wir waren bei Denny's Wigwam, wo wir noch vor zwei Jahren DD's Geburtstag gefeiert haben und DD und Volle in ihrer legendären Rolle als Coyoten gefeiert wurden. Wir haben abends im Rocking Cafe gut gespiesen. Hm. Lecker Spare Ribs. Ich war dann noch im Internet Cafe, wo ich leider von den schlechten Nachrichten von Mark und Britta und Birgitt las. Der Vater von Mark war sehr krank geworden und Mark würde uns nicht abholen können. Aber kein Thema. Es gibt wichtigere Dinge im Leben. So habe ich Kulle und Dirk angemailt. Die Aktion "Wir bringen Euch schon heim" lief an. Birgitt hatte einen Unfall mit dem Auto und wir machten uns tierische Sorgen. So weit von zu Hause ist dann doch Kacke.
Wir pennen im 9 Inn. Der Besitzer sieht aus wie ein Strumpfbandführer und wir haben Room 6. Frank ist sehr erkältet. Betty geht es dafür wieder gut.

26.09.2002 von Kanab nach Panaguitch am Bryce Canyon

Morgens verliesen wir Kanab in Richtung Bryce Canyon. Wobei ich sagen muss, dass die Parkkonstellation Bryce, Zion und Capital Reef einfach geil ist. Schon der Weg zum Bryce ist toll. Wir sind nach Panaguich und haben uns für sage und schreibe 30 Dollar ein Zimmer gemietet. Der Typ ist uns auf Anhieb sympatisch. Lange Haare, um die 30, hatte einen uralten BMW, der nicht fährt, weil ihm die Kohle für die Ersatzteile fehlte. Hörte gerne MEGADETH und AC/DC. Paßt doch. Also notiert Euch: CAMERON MOTEL is good.
Nach dem Abladen sind wir dann zu Ruby's Inn, weil nämlich heute wollten wir Bonanza live erleben. Sprich: Wir wollten uns einen Tag auf Pferden durch die Weiten des Wilden Westens treiben lassen. Das war super cool. Hut ab vor DD und Frank. Beide waren sie als Cowboys nicht so geübt und so wurde DD zum Painkiller (sein Pferd hieß Pain) und Frank ritt ein richtig hübsches Indianerpferd namens Navajo. Sehr schönes Pferd. Betty hatte die Zicke und ich war auf Rosie unterwegs (kann ich nichts dafür!). Unser Führer Trent war nicht sehr gesprächig, aber wir hatten auch so unseren Spaß. Der Ausblick auf die Boulder Mountains ist beachtlich. 3.000 Meter hoch ist das Plateau. Ich fühle mich frei und ohne Sorgen. Glücklich. Unbeschreiblich.
Leider verging die Zeit wie im Flug. Volle traute den Vierbeinern nicht und wartete am Ruby's Inn auf uns. Hier stand übrigens: Ein Trabi aus Deutscheland mit deutschem Kennzeichen. Geil. Im Visitorcenter sah ich dann auch eine völlig überladene Enduro aus Oregon. Dieses Motorrad sollte später noch eine Rolle spielen. Im Visitorcenter ging DD dem Postkartenkauf nach . Wir haben dann am Sunset Point vor toller Kulisse zu abend gegessen. DD war von der Gegend und der Farbe der Felsen sehr angetan.

27.09.2002 von Panaguich nach Hanksville

Und weiter ging es über Tropic am Anazasi Heritage Center vorbei. Anazasi sind vielleicht einigen von Euch durch eine Folge der "X-Files" ein Begriff. Es sind die Ur-Indiander und -Väter der Hopi und Navajo. Ihre Klippenhäuser sind überall im Südwesten zu sehen. Besonders das Weltkulturerbe Mesa Verde ist sehr sehenswert. Also ist das Heritage Center was für einen wie mich. Wissenschaftlich Fortgeschrittene (*Gacker*). Langweilige Ruinen nennen es andere. Der Eintritt kostet einen Dollar und ich habe viel gefilmt. Hier habe ich auch zwei tolle Sandbilder gekauft, in Form von alten Petroglyphen.
Dann ging es über Torrey Richtung Capital Reef. Betty ist gefahren und es hat ihr sichtlich Spaß gemacht. Wir landeten zwar einmal alle Mann an der Windschutzscheibe, den merke: Automatik. Aber wir sind alle heil. Capital Reef ist zum Glück noch eine Art Geheimtipp und noch nicht so voll. Der Wechsel der Landschaften, das Rot des Navajo-Sandstein und die Petroglyphen sind einfach toll. Wir haben dann in dieser Traumkulisse am Visitercenter ein Picknick gemacht. Ein Knaller.
Unterwegs haben wir - und jetzt treffen wir nochmal die völlig beladene Enduro aus Oregon - einen jungen Typen aus Thüringen getroffen. Der Bursche war auf Welttour. Er kam über Kanada und war auf dem Weg nach Südafrika!!!! Gute Fahrt, Alter. Dachte ich so bei mir. Er wollte nach Moab zum Arches und wir haben noch einige Tipps ausgetauscht. Wir sind ihm noch zweimal begegnet. Sein Auspüff war kaputt und man konnte ihn schon von weitem hören. Allerdings haben wir ihn das letzte mal in Hanksville gesehen. Dort verloren sich seine Spuren. Im Capital Reef sind wir noch an Wasserfällen rumgetollt. Sehr spassig und ein bißchen gefährlich. Dort begegneten wir einer Horde Harley-Fahrer. Nur echt in Vollmontur mit Lederchaps und Tuch um den Schädel. Warum sehen die immer aus, als würden sie in ner Nacktbar tanzen?
Hanksville ist am Arsch von nirgendwo. Es gibt nur 4 Motels, 2 Restaurants und eine Imbissbude ("Blondie's"). Dazu 3 Tanken. Nachdem der Typ im ersten Motel nur telefonierte ohne von uns Kenntnis zu nehmen (Frank meinte nachher: "Der vermittelt Nutten!"), sind wir zum nächsten Motel. Volle und Frank wurden dort schon auf Deutsch begrüßt. Wir blieben.
In unserem Zimmer gab es eine ganze Menge Fliegen und so ging Frank mit einem Gummi (nein, kein Kondome! Danke auch!) auf Fliegenjagd. Es war irre mit welcher Geschicklichkeit er die Biester zur Strecke brachte. Der Captain war sichtlich beeindruckt. Wir sind dann zu "The Duke's Slickrock" essen gegangen. Ausgezeichnete Küche. Westernküche nach Art der Pioneere. Alles aus dem gusseisernen Topf. Das nach John Wayne benannte Restaurant war sehr leer. Aber wir sind super freundlich begrüßt worden. Alles sehr schön und sehr lecker.
Volle, Betty und ich sind zu Fuß zum Motel zurück. Ich blickte in einen sternenklaren Himmel und dachte an Dirk. Ich sagte zu Betty: "Ich habe ihm zu Hause einen Stern geschenkt. Zum Glück sehen alle Sterne überall gleich aus!" Da sagte Betty: "Aber nicht der Mann." Worauf Volle das auf sich bezog und sagte: "Das hast Du schön gesagt." Betty: "Das sagt sie doch zu Dirk."

Nachts wenn alles schläft, werde ich bei Dir sein. Ich brauche Deine Liebe!

Die Stimmung ist gut. DD, Volle und ich haben um einen halbvertrockneten Baum Indianertänze gemacht. Das war super spassig. Wir singen auch noch Karnevalssongs in englisch. Aber das ist gar nicht so einfach.

28.09.2002 von Hanksville nach Kayenta

Ich sitze jetzt in Kayenta im Hampton Inn. Wir sind bei den Navajo. Die Nacht bricht herein. Ich habe meine Flugangstbegleiter ausgepackt. Sie sitzen alle auf dem Bett. Illustere Gruppe.
Es war landschaftlich einer der aufregensten Tage. Aber der Reihe nach: Nachdem wir aus hygenischen Gründen nicht bei Blondie's gefrühstückt hatten, sind wir wieder beim DUKE gelandet. Endlich amerikanisches Frühstück mit Eiern und Speck. Dann ging es sehr Scenic Richtung Lake Powell. Gewaltige rote Felsen vom Colorado Plateau. Ein gewaltiger Blick und das obwohl der Lake Powell zu dieser Zeit nur wenig Wasser führte.
Heute hatte es zum erstenmal geregnet. Wir sind dann über Goosen Neck nach Mexican Hat gefahren, um sich unserem Hauptziel, dem Monument Valley zu nähern. Da waren wir dann: Mission Imposible erfüllt. Monument Valley ist sehr beeindruckend. Aber es hat sich im Vergleich zu den Vorjahren ein bißchen was geändert. Früher kostete die Fahrt zum Tribal Center 5 Dollar - heute 10. Außerdem kann man nicht mehr mit den Führern einzeln verhandeln. Es gibt eine zentrale Anlaufstelle und die vermitteln die Touren durch das Valley auf die einzelnen Fahrer. Dadurch sollen wohl alle gleich verdienen. Ich weiß es nicht. Die 1 1/2 Stundentour durchs Valley kostet 25 Dollar. Ich kann Euch dies nur empfehlen. Sicherlich kann man auch mit geeigneten Wagen selbst durch das Valley fahren, aber es fehlen die Ausführungen der Guides und das ist es allemal wert. Ich hatte die Tour schon öfter gemacht und so verzichteten Frank und ich aus Geldgründen diesmal darauf. Ich wollte nämlich unbedingt noch in die "Monument Valley Shopping Mile". Dazu später mehr.
DD, Volle und Betty machten diese Tour. DD, der mich wieder mit seinen Filmkenntnissen, erstaunte. Also das muß ich wirklich sagen. DD hat total viel Ahnung davon. Sehr schön war auch, dass der örtliche Indianer mit Namen Tom, den dreien erzählte, dass er 1991 in Köln gewesen war und dort im Müngersdorfer Stadion die TOTEN HOSEN gesehen hat. ("You know the TOTEN HOWSEN?") Cool. Begeistert kamen die drei zurück.
Und dann bin ich zum Handeln. Es gibt in meinen Augen vier ausgezeichnete Plätze, an denen man gegen ein gewisses Endgeld, Indianischen Plünn kaufen kann. Das sind: Four Corner, am Little Colorado, Santa Fe am alten Markt und - Monument Valley. Ich gehe grundsätzlich erst alle Stände ab. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung von Holzbuden. Dann merke ich mir die passenden Stücke, die mich interessieren, und ich frage den "Erzeuger" nach dem Preis, um dann handeln zu können. In einem Einzelfall hat es diesmal bei einem Silberarmband den schlappen Preisunterschied von 27 Dollar ausgemacht. So habe ich meinen Bedarf an Weihnachtsgeschenken eingedeckt. Für meine Ma eine Kette aus schwarzem Onxy mit Schildkröte. Für mich ein neues Armband und einen Anhänger mit Gecko. Für Dirk ebenfalls ein Armband. Wobei ich zum erstenmal mit einem Taschenrechner gehandelt habe. Ich fragte nach dem Preis für zwei Armbänder. Der "Erzeuger" wollte mir einen fairen Preis machen. Ich sagte, ich sei an einem fairen Preis sehr interessiert und er rechnete auf seinem Taschenrechner vor. Ich wiegte wehleidig mit dem Kopf. Der Herr "Erzeuger" schickte mir seine neue Preisvorstellung und wir trafen uns in der Mitte. So waren wir beide glücklich.
Meine Milky Bones (Hundekuchen) sind fast alle leer. Das Problem der abgemagerten Hunde war in diesem Jahr besonders schlimm. Sie wimmelten um die Autos der Touris und bettelten um Futter. Sie werden immer jünger. Schwanz eingeklemmt, auf dem Sprung vor üblen Flüchen, Steinen oder Hieben. Ich kenne das Problem schon und so kaufe ich immer im ersten Supermarkt eine Große Packung Milky Bones. Ansonsten sind Indianerhunde wenig anspruchsvoll. Sie fressen wirklich alles. Hauptsache der Hunger ist gestillt.
Jetzt sitze ich hier in Kayenta. Das Zimmer ist sehr schön und ich bin zu Gast bei Betty und Volle.

29.09.2002 von Kayenta nach Chinle

Eine weitere Nacht ist vergangen. Ich habe nur wenig geschlafen. Yosemite Wuolly, die alte Schnarchnase, hat bis 2:41 Uhr geschnarcht und ich war schon wieder um 7:12 Uhr wach. Betty hat sich ihre schmutzige Wäsche geschnappt und ist bei den Indianern waschen gegangen - im Waschsalon. Das ist ganz schön was los. Jede Menge Frauen, Kinder und ein paar Typen. Draußen war es anfangs neblig, aber die Sonne bahnt sich wieder ihren Weg. Es gab im Hotel ein ausgezeichnetes Continental Brechfest. Leider waren unsere Landsleute nicht so geduldig wie wir. Mir fällt dann immer auf: Andere Länder, andere Titten. Aber besonders das Touristenpublikum über 50 ist meist mies gelaunt, alles ist zu teuer und dreckig, jeder will sie über den Tisch ziehen und eh alles nur Nippes. Warum sind die dann hier? Ich bin immer wieder glücklich, freue mich auf das was ich sehe und genieße die Tage. Arme Leute, denke ich dann. DD ist immer noch nicht am Frühstück. Er soll ma Hüh(j)a machen. * Gacker *. Ich habe auch schon wieder zwei Hunde gefunden. Unser Driver Frank bringt uns von Kayenta, am Navajo NM vorbei in Richtung Chinle über Land. Klasse. In Chinle pennen wir in der Garcia Trading Lodge - dem alten Holiday Inn. Der Vorteil ist: Man ist direkt am Eingang vom Canyon De Chelly, unserem nächsten Ziel, und sie haben das beste Restaurant mit indianischem Essen. Das ist nicht selbstverständlich hier. Eine echte Marktlücke finde ich. Wobei wir bei einem der indianischen Probleme sind. Ich finde nicht, dass sich die Indianer - übrigens finde ich den Begriff Native Americans angebrachter - prostituieren müssen. Aber es gäbe sicherlich einiges, was in Punkto Vermarktung und Dienstleistung passieren könnte. Das würde mehr Jobs bringen und einige vom Trinken abhalten. Wieso gibt es so wenig gute Motels? Warum lassen sie es zu, dass in Sedona der ganze Schmuck in tollen Geschäften für viel Geld verkauft wird und sie präsentieren sich in Baracken? Warum sind die hygienischen Verhältnisse im Canyon De Chelly seid Jahren Scheiße und nichts passiert? Ich weise nur mal bescheiden darauf hin, dass die Ganztagestour mittlerweile 75 Dollar kostet. Das ist ein Haufen Geld. Ganz davon abgesehen, dass es eine geile Sache ist. Das muß man erst mal zahlen. Sanfter Tourismus ist ein Stichwort, das mir hier einfällt. Es könnte viel mehr in diese Richtung getan werden. Aber ... sorry. Das gehört hier nur Sekundär hin.
In unserem Motel habe ich mir mit DD das Zimmer geteilt. Ich mußte unbedingt ein bißchen Schlaf nachholen. Nachdem wir zur Thunderbird Lodge gefahren sind, um unsere Tickets zu holen für den nächsten Tag. Anschließend haben wir die Tour mit dem Auto über die South Rim gemacht und sind bis zum Spider Rock Aussichtspunkt gefahren. Der Sage nach lebte am Fuß von Spider Rock - Spider Rock Woman, die den Navajo-Frauen das Weben beibrachte. Am Fuß des Felsen sieht man eine kleine Steinhütte. Es ist atemberaubend schön. Ich habe lange Spider Rock angeschaut. Der Blick ging in mein Leben. "Schließe eine Tür. Dann öffne erst eine andere!" – Endlich verstand ich.
Wir sind gegen 20.00 Uhr was essen gegangen. Wir haben nach dem Essen dann unsere Skatrunde aufgenommen und Frank und ich stellten fest, was für ein ausgezeichneter Spieler DD war. Der hat uns ziemlich abgezockt. Betty bekam von ihren Eltern ein Fax. To Mrs Bettina Friedrich. In the german group managed bei Mrs. Pizzini. * HiHi *.

30.09.2002 Chinle - Tagestour Canyon De Chelly

Ich sitze gerade am Pool. Der Himmel ist wunderbar blau. Die Sonne scheint satt und es geht mir gut. Noch sitze ich hier allein, aber Volle und Frank wollen auch noch kommen. Es ist so schön hier. Die Tour ist vorbei und den anderen hat es gut gefallen. Morgens um 9 Uhr war es noch sehr kühl und windig. Aber die Farbe des Canyons, dieses rot und das Blau des Himmels waren umwerfend. Es war staubig, aber mit diesen Autos ist das Fahren im Canyon ein Abenteuer. Es handelt sich um Laster aus dem Korea-Krieg, die die Navajo gekauft haben. Ein Blick auf das Profil zeigt: Durch einen deutschen TÜV kämen die nicht. Die Tour geht bis zum White House Ruins und dann bis Antilope House und Standing Cow. Es wird viel über die Geschichte erzählt und am Canyon de Muerto wird gerastet. Dort kann man - wie immer - Produkte direkt vom "Erzeuger" kaufen.
Volle steht am Pool. Das Wasser ist ganz gut kalt. Er geht wieder raus. Weichei! Frank ist da anders. Er probiert das Wasser und geht rein. Ich habe mir im Canyon ein Frosch aus Knochen für 5 Dollar gekauft.

Im Laufe der Fahrt haben wir uns neue Namen geben:

  • Yosemite Wuolly - wegen alles.
  • Frankie Earnhardt - wegen der Fahrerei
  • Merchandising Mitch - wegen der vielen Postkarten.
  • Screaming Betty - wegen Bakersfield
  • Diary Danny - wegen der Tagebuchschreiberei.

Das hat mittlerweile auch schon gewechselt. DD hat einen Haufen neuer Namen:

Michaela, Kniesuhr, DDchen, Nachwuchszechpreller, Nachwuchsagressor, Big Boy, Chief, Der Junge Ostermann aus Menden, Handschuhfachkiller.

Mir hat Volle den Namen Danny Doolittle, the Dogwispherer, verpasst.

Für Betty kam von Volle Big Hug Betty, Gitti Ziegenbrück.

DD hat bald Geburtstag. Ich hatte die Idee einen Kokopelli ("The Flute Player") - in Fachkreisen auch Koslowski - zu besorgen. Hier im Hotel-Shop haben sie einen sehr großen. Er soll Glück bringen und gilt hier ähnlich wie die Plakete vom Heiligen Christopherus.
Abends haben wir für Micha den großen Koslowski besorgt. Beim All-You-Can-Eat-Salat-Buffet habe ich wieder sämtliche Vorräte an Wurst und Fleisch für die Hunde draußen abgezockt. Damit habe ich hinter unserem Hotel eine hochtragende Hündin und ihren Gefährten versorgt.

Das waren unsere Abenteuer im Canyon De Chelly und im Indianerland. Ich habe dieses Land immer geliebt und ich weiß, ich komme wieder.

1.10.2002 von Chinle nach Flagstaff

Morgens war es sehr kühl und bedeckt. Es geht wieder zurück in die Zivilisation Richtung Flagstaff. Wir haben kurz Rast an der Hubble Trading Post gemacht und ich habe noch etwas Jerky (Trockenfleisch) gekauft. Das besondere an der Hubble Trading Post ist, das es scheint als sei hier die Zeit stehen geblieben. Die Navajo der Umgebung kaufen hier noch ein. Unter der Decke hängen noch Pferdesättel und man kann wirklich den Grundbedarf des täglichen Lebens decken. Es ist ein Adobebau mit dicken Holzböden. Sehenswert.
In Flagstaff sind wir in ein Motel 6 eingezogen, in dem ich schon mal mit Kulle und Sonja war und haben uns auf die Suche nach einem Baumarkt - "Home Improvment" - gemacht, weil Betty's Vater noch Einzelteile für seinen Pool suchte, die es nur hier gab. Also sind wir zu ACE HARDWARE. Das war sehr spassig. Erstmal: Die Verkäufer hier haben durchweg gute Laune und sind sehr hilfsbereit. Außerdem braucht man nicht stundenlang suchen. Jawohl. Und wenn einer was nicht weiß, dann geht er mit einem zum amtlichen Kollegen, der einem dann weiterhilft. Das ist Dienstleistung. Aber in Deutschland ist das ja sehr schwer.
Wir haben dann ein Internetcafe gesucht, um News aus der Heimat zu erfahren. Besonders: Wie haben der FC und Pauli gespielt. (FC super - Pauli Scheiße). Von Kulle, Achim und Sven sind wir immer mit den Fußball-News versorgt worden. Bis auf das letzte Tor in jedem Spiel. Danke nochmals dafür. Das Mädel in dem Internetcafe war nicht sonders motiviert. Aber nett. Wir haben für eine halbe Stunde Mails 1,25 Dollar bezahlt. Das ist good. Flagstaff ist eine kleine Unistadt mit kleinen Kneipen und einer urigen "Altstadt". Ich habe mir noch zwei Tassen mit Gecko zum Frühstücken mit Dirk gekauft. Die haben sehr nette Shops hier. Kann man nur empfehlen. Frank suchte dann noch die Kneipe, in der er mit Ouzo damals rausgeflogen ist, aber hat er nicht gefunden.
Bei Red Lobster sind wir abends essen gegangen. Schön Steak and Lobster. Man gönnt sich ja sonst nichts. Frank führte uns noch in die örtliche Brewery und wir tranken Boubbalujon oder so ähnlich. Schmeckt wie Kilkenny. Draußen wurde es windig und sehr kühl. Wir sind ab ins Hotel und die Skatrunde hat noch was gespielt. Frank und ich hatten Room 280. Ich hatte die Nase etwas zu und muss ziemlich gesägt haben. Sorry, Frank.

2.10.2002 von Flagstaff nach Phoenix, Arizona

Es hat beschissener Weise zum erstenmal geregnet. Aber wie. Super ätzend. Trotzdem habe ich in kurzen Hosen ausgeharrt. Jawohl. Wir sind zum örtlichen Safeway und haben uns gute Essklamotten gekauft.
Dazu eine kleine Geschichte: Ich fand in der Backabteilung lecker Teilchen. Dann nahm ich mir ein Papierchen und kaufte - bitte jetzt mitrechnen - zwei Teilchen. Das ist wichtig, weil ich komme auf die Teilchen nochmal zurück.
Wir sind mit dem Auto Richtung Sedona. Volle brauchte neue Shörts und in Sedona findet der immer was. In Sedona hatte jeder 1 1/2 Stunden Zeit zum Shoppen. Mittlerweile gibt es in Sedona sogar einen Outlet. Hier findet man immer was. Mein Blick galt mehr der Umgebung. Sedona gehört nicht von ungefähr zu den schönsten Gegenden im Südwesten. Überall die Formationen des roten Sandsteins im Oak Creek Canyon. Über die Alte 89A sind wir nach Jerome, einem alten Bergbauörtchen. Der kleine Ort entpuppte sich als richtiges Überraschungs-Ei. Total niedlicher, kleiner verschlafener Ort mit kleinen Geschäften und Kneipen. Wir haben in einer Bar einen Drink genommen und die Toiletten sind ein echter Hingucker. Die ganzen Wände mit Sprüchen übersäht. Hier braucht man keine Zeitung. Dann ging es über eine total kurvige Strecke über die Berge. Hammer. Es wurde doch etwas flau im Magen. In Prescott haben Frank und Volle den Weg über den Interstate 17 nach Phoenix gesucht. Das Wetter wurde wieder sehr gut. Blauer Himmer und heiß. So kann es gehen. Irgendwie bekam ich Hunger und suchte: Mein lecker Teilchen mit Papierchen im Tütchen. Aber: Fort! Volle fragte dann, was ich suche. Mein Teilchen mit Papierchen im Tütchen. Darauf hin zeigte er mir mein leeres Tütchen, weil mein Teilchen war in seinem Bauch. Skandal!
In Phoenix angekommen haben wir die Bar "COOPERSTOWN" von ALICE COOPER gesucht. Wir sind erst in die falsche Richtung gefahren. Ich meinte dann, hier gibt es zuviele Mexs. Das muss mehr Richtung Downtown sein. Der will schliesslich was verkaufen. Phoenix Downtown ist eigentlich nicht besonders toll. Hochhäuser (Firmengebäude) in denen nach Dienstschluss nichts mehr los ist. Die Leute, die Kohle haben, wohnen in Scotsdale wie der Herr Cooper, der Herr Schenker und lange Jahre der Herr Halford. Doch dann haben wir es doch gefunden. Von aussen ziemlich unscheinbar. Innen drin ist es keine Heavy Bar sondern eine sogenannte Sportsbar. Auf riesen Leinwänden läuft auf 10 Bildschirmen Sport. Die Musik hat auch weniger mit Metal zu tun. Aber der Laden ist sehr gefällig. Es geht neben einem Haufen Trikots der hiesigen Teams Arizona Diamondbacks, Arizona Cardinals, Phoenex Coyotes noch eine Menge Band- und Konzertplakete - klar mit dem Herrn des Hauses. PRIEST mit GREAT WHITE auf der PAINKILLER-Tour. KISS-Revenge mit Eric Singer. Klamotten von Bob Seeger, THE WHO, Paulchen MCCartney usw. Wir haben ganz gut gespachtelt. Frank und DD assen z.B. einen MEGADETH-Burger. Sah gut aus. Anschließend gab es für DD und mich noch Merchandising. Ein Longsleeve mit COOPERSTOWN-Motiv. Wir haben uns dann ein Motel 6 gesucht und sind dann eingescheckt. Unter uns wohnte eine Horde mexikanischer Landarbeiter, die mit mindestens 6 Leuten in einem Zimmer wohnten. Die haben lecker Filet auf der Ablage ihres Pick-Up gegrillt. Volle und ich wollten schon mit einer Schnurr nach dem Filet angeln. Als DD und ich unser Gepäck umschichteten, entdeckte DD das Roxanne, so hiess das T-Shört-Mädel im COOPERSTOWN DD ein falsches Shirt eingepackt hatte. Er war ziemlich sauer. Ich habe ihm dann gesagt, ruf da an und frag mal wie lange die auf haben. Frank ist dann mit DD noch mal hin und die haben das Shirt getauscht. Danke Frank. Ich gucke noch was Fernsehen. Morgen ist schon der nächste Tag.

3.10.2002 von Phoenix, Arizona, nach Encinatas, California (oberhalb von San Diego)

Der Tag von Phoenix bis Encinatas, wo wie endlich wieder den Pacific sehen sollten, war einer jener Hundstage, die man bei so einer Reise immer hat. Es geht über den Interstate 8 quer durch die Wüste in Richtung Küste. Dabei ist es total sonnig und heiss. An einem total heissen MAC haben wir Pause gemacht. Nichts als Sand ausser der Eisenbahnlinie auf der große Züge gen Meer donnerten. DD und ich teilten uns ein mordsmässiges Sandwich. Frank und Betty genossen ihren obligatorischen Kaffee. Auf einem Rastplatz fand ich das lustige Schild: "Vorsicht! in diesem Gebiet gibt es giftige Schlangen und Scorpione". Cool.

Übrigens weiß ich jetzt auch wo Bill Romanowski (Denver Broncos) ist. Der ist jetzt bei der Dark Zone – den Oakland Raiders. Ganz ehrlich. Da paßt der gut hin. Das hat mir ein Typ in Sedona im Outlet gesteckt. Nur mal so.

Das Stück Küste von San Diego nach La Jolla ist sehr schön, aber auch sehr teuer. Wir sind an der Küste entlang. Endlich Wasser. Da wir einen Tag zu früh Richtung San Diego waren, wollte Frank gerne am Meer pennen. Wir suchten also ein Motel. In La Jolla wollten die für ein Zimmer knapp 100 Dollar. Aber die wollten auch DD, Frank und mich nicht. In Cardiff Off the Sea war es ebenfalls sehr teuer. So blieb eine Econo Lodge in Encinatas. Auch nicht so billig. Aber Frank suchte aus. Dafür gab es hier viele Fernsehprogramme und ein Continental Breakfast. Allerdings lag das Motel direkt an der Eisenbahnstrecke nach San Diego. Es gibt hier tatsächlich sowas wie einen Regionalexpress mit Namen Surfer Train Linie.

Abends waren wir – Ihr werdet es kaum glauben – bei einem Türken Gyros essen. Ich fand es eher Grub mässig, aber scheinbar waren die anderen bei dem Gedanken völlig verzückt, nen Tzatziki zu mampfen. Dabei kam Volle mit der Kellnerin ins Gespräch, die uns erzählte, sie habe eine Tante in Köln. Das zum Thema "So klein ist die Welt". E-Mail-Adressen wurden ausgetauscht, aber ich denke, dass wird ähnlich wie mit Lee Cramer, Roofer aus San Diego. Die Leute in dieser Gegend waren ziemlich durchgeknallt. Einer pisste vor eine Haustür und es hat viele betrunkene Freaks gegeben. Heute is ja Tach der Deutschen Einheit. Ich begrüsse hiermit den Mauerfall und freue mich auf Dirk und Ulf zu Hause.

4.10.2002 von Encinatas, California (oberhalb von San Diego) nach San Diego

Einen wunderschönen guten Morgen. DD ist im Bad und die anderen sind frühstücken. Ich habe mir das gespart. Bin pleite. Zumindest will ich etwas sparen. Außerdem brauchte ich eine Auszeit. So langsam habe ich nämlich Heimweh.

Wir sind hier in einem total tollen Hotel. Best Western Bayside Inn und der Blick aus dem Hotelzimmerfenster im 9 Stock ist atemberaubend. Vor uns der Hafen von San Diego und die Star of India, das älteste Segelschiff der USA. Im Hotel viele Rentner, die auf die Abfahrt warteten. Sie waren mit einem dieser modernen riesen Kreuzfahrtschiffe unterwegs gewesen. Als wir vor der Tür standen und gerade eingescheckt hatten, standen ein Rentnerpärchen neben uns. Ach ja. Die waren aus Mönchengladbach und machten eine Kreuzfahrt nach Panama. Froh ein paar Worte mit uns zu wechseln. Frank lotste uns dann zum Badestrand. Wahrlich. Wir haben Oktober, die Sonne brennt und wir sitzen am Sandstrand. Cool. Auch ich habe einen Biskini. Jawohl. Betty und ich hielten nach gut gebauten langhaarigen Bombenlegern Ausschau und es gab den ein oder anderen, aber ... na ja.

DD, Wuolly, Frank und Betty waren abends beim Konzert von DRAMA BOMB für 6 $. Wuolly hat dort einen verrückten Dänen mit namen IBB kennengelernt. Sie hatten viel Spaß.

Als ich abends auf dem Balkon von unserem Hotelzimmer stand, legte die Galaxy Cruise ab. Was für ein phantastischer Anblick. Eine Kapelle legte los, ein mords Blitzlichtgewitter und Farbenspektaktel. Wahnsinn.

Eigentlich sind mir die Dinger ja unheimlich. Aber das war schon ein Erlebnis.

5.10.2002 San Diego – ein Tag im Sea World

Auch heute war das Wetter wieder toll. Aber siehe da: Die Star of India hatte sich vom Acker gemacht. Heute sollte ja grosse Flottenparade sein. Heute nacht hatte ich schlecht von Anton geträumt und so habe ich Dirk angerufen. Dirk hat mich getröstet und sagte: "Mach Dir schöne Tage. Alles ist in Ordnung. Bald bist Du zurück und dann wird es noch schöner. Ich küsse Dich zu Boden. Ich liebe Dich. Alles wird gut."

Er geht mit Rena und Harald heute in den Tresor. Hier ist Stau im Bad, aber gleich geht es weiter.

Sea World ist wie immer ein Erlebnis. Wobei auch hier die Preise angezogen haben. 42,85 $ kostet es normal. Mit AAA ca. 3 Dollar weniger. Wir waren von 10:30 bis 20:00 Uhr im Park und sind alle Shows durch. Es gab einige Änderungen: "Pirates Of The Caribian" mit Clyde und Seamore den beiden Seelöwen heißt jetzt "Tools For Fools" und erinnert an "Hör mal wer da hämmert". Aber alles war toll. Für Volle haben wir zum Geburtstag ein T-Shört von "Terrors Of The Deep" gekauft. Heute war erste Helloween-Nacht im Park. Die Shamu-Show gab es als "Haunted House" ab 19:00 Uhr. Absolut sehenswert. Im ganzen Park liefen verkleidete Typen als Monster, Vampiere und Geister rum. Drei Piratenskelette haben mich angemacht. Der eine meinte auf mein Tattoo zeigend: "Hey Captain. Hier ist die Schatzkarte aufgezeichnet. Die nehmen wir mit!" Ihr Captain sagte: "Quatsch. Ich habe die Karte hier!" Dann meinte der andere auf mein Shört zeigend: "Nein, sie hat die Karte auf ihrem Rücken." Durch die kalifornische Sonne bin ich ganz schön braun geworden. Tja. Der Abend neigte sich zum Ende. Morgen verlassen wir unser schönes Hotel. Schön gelegen, Blick auf den Hafen, Fußweg zum Horten Plaza. Schöne große Zimmer. Alles Tip Top. Sogar meine Flugangstbegleiter sassen sorgfältig aufgestellt auf meinem Bett. In Chinle hat das auch immer jemand gemacht. Echt nett.

Ach ja. Horten Plaza und Wuolly. Dem haben sie einfach die Kreditkarte gesperrt. Shop until you drop. Hatte zuwenig Limit auf der Karte. Mann merke: Immer ordentlich Limit eintragen lassen. *Gacker* DD guckt gerade "Air Force One", Volle und Frank sind unterwegs und Betty liest. Bis morgen und gute Nacht, wo immer Ihr auch seid.

6.10.2002 (Sonntag) von San Diego nach Anaheim

Irgendwie bin ich in meinem Logbuch durcheinander. Also: Heute ist Sonntag und wir machen uns reisefertig. Im Gegensatz zu unserer früheren Reise fällt mir auf, dass es morgens keine Hektik gibt. Kein Gestresse wir müssen jetzt los. Wenn wir fahren, fahren wir. Volle hat gegen die Tür gebollert und DD wurde aus seinen Träumen gerissen. Das Wetter ist wieder toll und ich bin schon geduscht. Ein neuer Dampfer ist auch schon am Hafen. Ich gucke der "Prinz von Bel-Air". Wuolly hat die Eisbox gesäubert. Oh. Mein Buch fällt auseinander. Tja. So langsam heißt es Abschied nehmen von San Diego. Wie immer war es nett und kuschelig. Das Zimmer war toll und Laura eine gute Hausdame. Die anderen wollen zu Denny’s frühstücken. Dann nach Oceanside zum Outlet. Nanu. Hier gibt es eine neue TV-Serie mit dem Titel "Beastmaster". Holla, gut gebaute Burschen.

Es ist abend und wir sind mittlerweile in Anaheim, vor den Toren von Disneyland in Richtung Los Angeles. Wir haben seid San Diego eine abenteuerliche Reise hinter und gebracht.

Wir sind komplett durch das Gebirge auf der Suche nach dem Outlet, der bei Oceanside sein sollte. Die Stecke, die wir zum Lake Elisordore fuhren, entpuppte sich als die Ahrtal-Eitorf-Strecke für Biker in Kalifornien. Was alles an uns vorbei donnerte. Sehr kurvenreich das ganze. Der Outlet selbst war eher enttäuschend. Für 20 $ habe ich mir eine Lewis Jeansweste und diverse Helloween-Deko. Wir sind dann ein bißchen rumgeeiert und in Anaheim gelandet. In einer Econo Lodge direkt gegenüber vom Eingang Disneyland haben wir drei Nächte gebucht. Wir haben den sensationellen Preis von 49,95 $ gekriegt pro Nacht. Das lag daran, weil ich dem örtlichen jungen Mexikaner sagte, wir wären noch unsicher, ob wir bleiben würden. Er verstand das als Aufforderung zum Preise senken. Na dann: Danke. Es war sehr heiß und ich müde. Aber die Gruppe entschied: Wir fahren nach Hollywood. Ich habe mich dann mitgeschleppt. Danke DD, das war eine ganz prima Idee. Wir sind zum Hollywood Boulevard gelaufen und haben und die Sterne der Stars auf dem "Walk Of Fame" angesehen. Das Auto haben wir bei Capitol Records geparkt. Es war tierisch was los. Auf dem Weg zum Mann's Chinese Theater wurden wir aufgehalten, weil dort gerade für einen Film gedreht wurde. Es war lustig zu sehen, wie die Comparsen vom Helicopter aus dirigiert wurden. Leider wurde keiner von uns für den Film entdeckt. Vor dem Mann’s Theater haben DD und ich die Abdrücke der Stars wie John Wayne oder Tom Hanks angesehen. Dann konnte ich DD überraschen (und das als DER Filmkenner). Wir sind zum neuen Kodak-Theater, wo alle OSCAR-Gewinner-Filme mit Jahreszahl zu sehen sind. Und das incl. "Miss Daisy und Ihr Chauffeur". HiHi. Ansonsten muß ich sagen, dass DD echt viel Ahnung vom Film hat und es mir sehr viel Spaß gemacht hat, seinen Ausführungen zu zu hören. Besonders als wir nachts noch bei den Paramount Studios waren, da sah man sein glückliches Gesicht. Ich hab mich für ihn wirklich gefreut.

Auf dem Rückweg sind DD und ich zurück über den Hollywood Boulevard. DD wollte sich noch ne Postkarte kaufen. Auf diesem Weg zurück wollte uns ein Afro-Amerikanischer Mitbürger Uhren verkaufen, die er aus seinem Mantel zog. Ich sagte zu DD: "Da ist sicher die Uhr vom Volle dabei, die die dem in Barcelona geklaut haben." Im Hotel rauchen jetzt meine Füße. Wir haben bei Ralphs noch Getränke und Essen gekauft und dann ging es Schlafi Butzi.

7.10.2002 Anaheim – Ein Tag im Disney California Adventure

Das Wetter ist toll. Wir haben bis 8 Uhr gepofft, nur DD länger. Zu Fuß ging es zum California Adventure Park, dem neuen Disney Park. Leider kostet der Eintritt pro Park 45 $ und es gibt bei Disney keinerlei Ermäßigungen. Erst ab 3 Tagen. Das finde ich reichlich unverschämt. Ich habe mich dann aus Kostengründen für California Adventure entschieden, weil ich den anderen Park schon kannte. Als Fazit möchte ich sagen: Man schafft den neuen Park locker in 5 Stunden. Es hat den Charakter eines großen Rummelplatzes mit Achterbahn, Tower und Riesenrad. Das beste ist die Show "To Be A Bug" – wie lebt ein Käfer. Eine 3-D-animierte Show vom Allerfeinsten. Diese ist angelehnt an den Film ANTZ. Und natürlich was für mich: Die MUPPETS in 3D. Aber teuer war es: Ein normales Eis 3 $, eine Flasche Wasser 0,3 l 2,75 $. Abends waren wir dann im Rainforest Cafe in Downtown Disney essen. Sehr lecker. Hier gibt es auch ein H.O.B., was eher enttäuschend ist.

Abends waren wir wieder bei Ralphs und ich bin auf dem Rücken liegend eingeschlafen.

8.10.2002 Anaheim – Ein Tag im Disneyland – DD hat Geburtstag

Heute morgen haben wir DD zum Geburtstag gratuliert. Wuolly hat DD auf ein Tablett, die von Betty gekaufte Kerze aufgestellt mit Keksen drum. Wie kann es anders sein. Die Kerze war Superman. DD war gerührt.

Ich habe mir die Tour ins Disneyland gespart. Bin zu Rainforest Cafe gewackelt, weil ich am Vortrag schon erspäht hatte: Ausverkauf. Man muß Prioritäten setzen. Der Tag war auch so schön. Ich habe mir im TV Jerry Springer, "Beyond" mit James van Praagh, Dr. Phil und "Familienduell" mit Al Borland und zwei Folgen "Hört mal wer da Hämmert" reingezogen. Dazwischen ein bißchen gepofft, geduscht und alleine ins Downtown Disney. Neues entdecken. In 2 Tagen geht es heim. Endlich. Sorry, aber es wird Zeit für mich nach Hause zu kommen. Ich freue mich auf:

  • Dirk und meine Tiere – Anton, Sam und Emma
  • Schlafen ohne Fernseher
  • Essen
  • Klopapier

Abends waren wir bei Panda Express. Mir ist aufgefallen, das ich soviel nicht zugenommen haben kann. Cool. Nachdem was ich als Fettkloß ein Jahr vorher erlebt hatte.

Morgen geht es zu Universal Studios. Klasse.

9.10.2002 von Anaheim – über Universal Studios – nach LAX

Wir haben länger gepofft und dann einen Ralphs gesucht, weil da konnte man billiger Eintrittskarten für Universal kaufen. Für knackige 35 Dollar. Beim Ralphs Brookhurst St. gab es keine also sind wir zum Sunset Boulevard.

Wir sind dann zum Universal und es gab eine Menge Neues. Erstmal der Preis: 45 $. Die neuen Attraktionen sind

  • The Mummy returns (echte Schauspiler jagen einem einen Schreck ein)
  • Spiderman Rocks (Ein Musical. Naja)
  • Eine neue Tour, wie die Tricks in den Filmen entstehen – sehr geil.

Jim Carey drehte mit Jenifer Aniston und Morgan Freeman auf dem Gelände. Auch Mike Myers sollte irgendwo sein. Leider war keiner zu sehen. Universal Studios finde ich mittlerweile besser als Disney. Ach, ich habe ein Photo mit dem Shrek. Alles in allem ein total toller Tag. Die DVDs für Ulf habe ich bei Sam Goody’s nicht gekriegt.

Abends sind wir dann zum Hacienda, unser altbekanntes Hotel. Dem Herren an der Rezeption habe ich direkt aufs Auge gedrückt, dass wir ruhige Zimmer wollen und nicht die nach Hinten raus. Ich habe mit DD dann das Zimmer 1235 gekriegt. Parken kostet mittlerweile bei denen 3 $. Sauerei. Dafür haben sie neue Kulis.

Tja. Dann kam auch schon der Abschlußbesuch bei Ralphs. Wir haben dann im schönen spanischen Innenhof vom Hotel ein Siggi-Gedächnis-Essen ("You know the Broiler!") gemacht.

Dann schlief ich wieder auf dem Rücken liegend ein.

10.10.2002 – letzter Tag – Hacienda LAX, Los Angeles – Volle hat Geburtstag

Wir haben länger gepofft – so bis 9 Uhr. Wobei ich ab 9 Uhr Jerry Springer geguckt habe. Komisch, wie sich alles wiederholt. In San Francisco am ersten Tag gab es auch als erstes Jerry Springer. DD wurde erst nach 9 wach.

Das Koffer packen war sehr anstrengend. Habe meine Schmutzwäsche in die Eisbox gesteckt und auch meine bei Ralphs gekauften Sachen.

Unser Flug mit der Air France sollte erst gegen 22 Uhr Ortszeit abgehen. Da wir noch jede Menge Zeit hatten, wollten wir Richtung Santa Monica – Venice.

Nun, erstmal stand Volle vor mir und sagte: "Danke, was kriege ich?" Er hielt mir beide Hände hin. Ich wollte schon meine Titten reinlegen ... aber halt: Er hatte ja Geburtstag! Gratulation von uns allen und es gab das coole T-Shört von San Diego.

Der Weg nach Malibu ist sehr hübsch, aber es war schon dissig. Am Santa Monica Pier haben wir lange gesessen. Betty und ich haben viel gequatscht und einem Photoshooting mit einem wirklich sehr netten und gut gebauten Typen zugesehen. Hemd mal an, mal aus. Verschiedene Posen. Sehr nett.

Volle, Frank und DD sind Tischhockey spielen gegangen. So konnten sie doch noch ihre WM austragen.

Anschließend suchte Frank noch ein Internetcafe. Wir fanden in Malibu aber keines. Dann sind wir zum Tom-Bradley-International Airport. Gepäck ausladen und Volle und Frank brachten das Auto weg.

Dann gingen die einen zum Internet surfen, die anderen zum Duty Free und ich direkt – in die Zollsperrzone, wo mich fast ein wirklich netter Soldat ansprach und meinte, ich dürfte hier nicht rein. Das konnte man aber von außen nicht sehen. Wir haben uns dann noch ein bißchen unterhalten und ich ging raus.

Tja. Und dann sprach uns eine Dame von der Air France an, ob wir nicht einen früheren Flieger nach Hause nehmen wollten. Es wären noch fünf Plätze im 19 Uhr Flug frei. Wir unser Duty Free gesucht und früher eingescheckt. Ganz neue Boing 777. Als wir am Gate standen und ich nach draußen guckte, sah ich am Gate von der Lufthansa einen Jumbo stehen. Und als ich hinging um mir den Flieger anzusehen, da stand auf dem Jumbo "Bonn". Da wurde mir erst bewußt: Es geht heim. Einen Moment lang hatte ich Tränen in den Augen und wurde fürchterlich unglücklich. Doch dann, ja dann sammelte ich mich und wußte: Keine Panik. Du kommst wieder. Das weißt Du auch. Begreife alles, was kommt als neuen Anfang. Und da spürte ich wieder diese Dankbarkeit. Ja. Ich komme wieder. Keine Frage.

Der Rückflug war ruhig und ich saß zwischen einem älteren Herrn aus Aserbaischan und einer jungen Französin. Wir waren leider im Flieger verteilt. Der ältere Herr konnte leider kein englisch und kein deutsch. Wir haben uns mit Bildchen malen und Händen unterhalten. Er war aus Baku und Maler. Er war bereits mehrfach in der ehemaligen Täterä und u.a. in Leipzig, Weimar und Berlin eingeladen. Als es um die Essensbestellung ging konnte er nicht verstehen was Beef und Chicken ist. Da habe ich eine Kuh gemalt und ein Huhn. Da hat er sich für Chicken entschieden.

Endlich in Paris angekommen haben wir uns auf die Suche nach unserem Abfluggate nach Düsseldorf gemacht. Tja. Wieder in Europa. Leider mußten wir dann doch lange auf den Weiterflug warten und ich bin auf dem Boden eingeschlafen.

Endlich ging es weiter Richtung Heimat. In Düsseldorf mußten wir durch den Zoll. Und da hatte ich unverschämtes Glück. Betty ging mit Volle vor mir und weil die immer die Eisbox untersuchen, dachte ich schon: Scheiße. Jetzt filzen sie Dich. Aber halt: Die winkten Betty vor mir raus. Ich also schnell an den beiden vorbei und ... in die Freiheit.

Und da stand er dann: Dirk. Mit einer roten Rose und einem Pappschild in der Hand auf dem Stand: "Mrs Pizzini – Hard Rock Power". Dabei Betty’s Eltern. Ich habe alles stehen lassen. Bin auf ihn zugerannt und wir haben uns geküsst, festgehalten. Ich habe geweint. Es war so ein absolutes Glücksgefühl. Ich hatte mir immer versucht vorzustellen, wie es sein würde, wenn ich wieder zu Hause ankomme. Aber es war noch schöner. Es war gigantisch.

Und so endet hier das Abenteuer USA – Teil 2 – 2002 "Fünf im Wilden Westen".

Es gab schon die ersten Da Capo-Rufe. Ich denke, ich muß erst mal verschiedene Dinge regeln. Aber dann wird es eine Fortsetzung geben. Das weiß ich schon.

Und dann wird es wieder heißen:

HRP – live in the USA! To be continued...

Ich widme diesen Reisebericht fünf ganz besonderen Menschen, die da wären:

Frank, der Nachbar

Danke Frank. Du warst ein toller Driver. Leider haben wir uns in den USA irgendwie verloren. Aber dennoch: Ich habe es sehr genossen und wünsche Dir für Deine Zukunft – sollte sie in den USA liegen – alles nur erdenklich Gute. Paß auf Dich auf.

DD, dem Captain

DD, Dein Wissen über die Filmgeschichte ist legendär. Es macht richtig Spaß Dir dabei zuzuhören. Und die Lachgranaten, die wir gezündet haben, sind mittlerweile Kult ("Ich han doch grad!", "Wrong Room!", "Dafür haben wir unsere Sicherheitsoffiziere!"). Das dreistimmige "Dat Wasser von Kölle is Joot!", was Du am Mono Lake gezündet hast. Grandios.

Yosemite Wuolly

Alter Freund und Kupferstecher. Würdest Du wirklich bei Terri Greene bleiben wollen? Gibt es da nicht die Frau, die Du mehr liebst als alles andere? Auch Dir meinen Dank. Du bist ne joode Kärl. Die Karnevalslieder in Las Vegas waren ein absolutes Highlight. Das vergesse ich nie in meinem ganzen Leben.

Betty, eine wirkliche Freundin

Du weißt, ohne Dich hätte ich das nie geschafft. Die 10 Wochen, die wir zusammen gewohnt haben, gaben mir Mut, Kraft und Selbstvertrauen. Ohne Deine Kraft wäre ich gnadenlos untergegangen. Die 10 Wochen waren, obwohl der Anlaß für uns beide kein guter war, für mich eine wirklich schöne Zeit. Ich habe mir immer so eine Freundin gewünscht. Danke, dass ich sie in Dir finden durfte. Ich werde für immer in Deiner Schuld stehen. Du bist ein Mensch mit Herz und Seele.

Dirk

Immer wenn ich Dich aus den USA anrief und sagte, wie sehr ich Heimweh hätte nach Dir und ich leiden würde, da sagtest Du nur: "Mach es Dir schön. Du bist bald wieder da. Dann wird alles noch schöner!" Und ich dachte: Das macht dem gar nichts aus, dass Du weg bist und leidest wie ein Hund. Aber das Gegenteil war der Fall. Du hast genauso gelitten wie ich. Und dafür liebe ich Dich.

 

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